Zulassung im Lotto gewonnen!?
11. März 2010 von Rechtsanwalt Robert SchindlerWir haben in einer Zivilsache ein Korrespondenzmandat übernommen. Die Gegenseite erwidert auf die Klage und schimpft darin über den Kollegen wie folgt:
“Wenn man das Schreiben von dem Anwalt … liest, könnte man auch ein Buch der Gebrüder Grimm lesen. Das, was Herr … zu Papier bringt, entspricht nicht der Wahrheit. Ob nun seine Kanzlei so schlecht geht oder ob dieser Anwalt einfach nur unfähig ist, kann ich zwar nicht beurteilen, aber es würde mir doch sehr zu denken geben. Versucht er denn durch Unwahrheiten und Lügen seine Mandanten … über den Tisch zu ziehen oder was soll das sein? Wenn ich die bisherigen Schreiben lese, bin ich fast der Meinung, er hat seine Zulassung im Lotto gewonnen. Ich beantrage hiermit Klageabweisung.”
Substantiierter Sachvortrag geht anders!

Am 11. März 2010 um 15:16 Uhr
Wir hatten es mal ähnlich getroffen Wir hatten beantragt, einen Zeugen über den Zugang eines Faxes zu befragen. Da kam dann auch von der Gegenseite: “Was auch immer behauptet wird, der Zeuge hat nichts bekommen, weder per Fax, noch mit Brieftaube oder Buschtrommel.”
Der Zeuge erscheint im Gerichtssal und sagt auf die Frage: “Ja, ich habe das Fax bekommen.” Prozess gewonnen, Gegenseite total blamiert.
Am 11. März 2010 um 19:36 Uhr
@R.Tape
So einen Mandanten wie die Gegenseite hatte ich aber auch schon. In der Besprechung war alles ganz klar und vor Gericht dann plötzlich ganz anders. Da schaut man dann doof aus der Wäsche
Am 12. März 2010 um 06:39 Uhr
Ich fürchte eher, dass diese Agression dazu dienen soll, den verlorenen Fall der eigenen Mandantschaft zu verkaufen. Schuld ist dann eh der böse Richter, aber der Gegenseite hat mans “so richtig” gezeigt. Scheint öfter zu funktionieren als man denkt.
Am 13. März 2010 um 16:18 Uhr
Ich hoffe, es handelt sich um eine Sache vor dem Amtsgericht und die zitierte Erwiderung stammt von keinem Anwalt, oder etwa doch?
Am 15. März 2010 um 09:23 Uhr
Die Sache wird vor dem Amtsgericht verhandelt. Und die Klageerwiderung hat die Partei – ohne anwaltliche Vertretung – selbst gebastelt.