Gebühren und Kosten

Die Vergütung der anwaltlichen Tätigkeit ist im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz aus dem Jahre 2004 (RVG) geregelt. Für Tätigkeiten vor Gerichten gelten feste Vergütungssätze, für die außergerichtliche Tätigkeit gibt es Vergütungsrahmen, nach denen sich die Höhe des Honorars bestimmt. Eines der Hauptkriterien der anwaltlichen Vergütung ist der sogenannte Gegenstandswert. Bei Geldforderungen entspricht der Forderungsbetrag dem Gegenstandswert. Je nach Umfang und Schwierigkeit der Sache, nach der Bedeutung der Angelegenheit für den Mandanten, den Vermögensverhältnissen und auch nach dem Haftungsrisiko für den Anwalt orientiert sich die Höhe der Vergütung zwischen am oberen oder unteren Bereich des Gebührenrahmens.

Beratungshonorar

Seit Juli 2006 muss der Anwalt bei außergerichtlichen Beratungen sein Honorar mit den Mandanten vereinbaren. Auch hierbei muss sich der Anwalt bei der Höhe der Vereinbarung an den oben genannten gesetzlich verankerten Kriterien orientieren. Wird keine Gebührenvereinbarung getroffen, bedeutet dies jedoch nicht, dass der Anwalt für seine Tätigkeit keine Gebühren verlangen darf. Ihm ist es lediglich verwehrt, nach dem RVG abzurechnen. Sein Gebührenanspruch ergibt sich in diesem Fall vielmehr aus den allgemeinen Vorschriften des bürgerlichen Rechts, wonach eine übliche Vergütung als vereinbart anzusehen ist.

Wird lediglich ein erstes mündliches Beratungsgespräch, eine sogenannte Erstberatung, geführt, so berechnen wir hierfür maximal EUR 190,00. Selbstverständlich steht es den Vertragsparteien frei, eine höhere Vergütung ausdrücklich zu vereinbaren. Die Erstberatungsgebühr wird zudem - soweit keine andere Vereinbarung getroffen wurde - auf später anfallende Vergütungen, zum Beispiel für ein anschließendes Gerichtsverfahren, in voller Höhe angerechnet.

Mittellosigkeit

Ist der Mandant finanziell nicht in der Lage, die Kosten eines Anwalts selbst aufzubringen, so hat er die Möglichkeit, für die außergerichtliche Tätigkeit Beratungshilfe und für die gerichtliche Tätigkeit Prozesskostenhilfe zu beantragen. In diesen Fällen kann der Anwalt seine Gebühren unmittelbar über die Staatskasse abrechnen. Sprechen Sie uns in diesen Fällen bitte frühzeitig darauf an. Wir beraten Sie gerne.

Erstattung

Sollten Sie Ihren Prozess gewinnen, hat die unterlegene Gegenseite sämtliche Verfahrenskosten, also auch unsere Kosten, zu ersetzen.

Rechtsschutzversicherung

Sollten Sie rechtsschutzversichert sein, so empfiehlt es sich, bereits zum ersten Beratungstermin die Versicherungspolice mitzubringen. So kann frühzeitig abgeklärt werden, ob die Rechtsschutzversicherung für Ihren Fall eintrittspflichtig ist, d. h., ob sie die Kosten des Verfahrens übernimmt. Bevor Ihre Rechtsschutzversicherung die sogenannte Deckungszusage erteilt, prüft Sie zunächst die Erfolgsaussichten des Rechtsstreits. Nur bei hinreichender Aussicht auf Erfolg wird Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten übernehmen. Auch hierbei sind wir Ihnen selbstverständlich gerne behilflich.

 

Da das anwaltliche Gebührenrecht für einen Außenstehenden nicht ganz einfach zu durchschauen ist und es letztendlich um ihr Geld geht, sprechen Sie uns einfach darauf an, was an Kosten auf Sie zukommt.